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Ratgeber

Herbst im Garten

Lesezeit 11 min.
Key visual Gartenpflege Herbst

Goldener Herbst! Das Ende des Sommers ist nicht das Ende der Gartensaison. Sei bereit für die Aufgaben, die jetzt noch erledigt werden müssen.

Garten im Herbst: Was ist zu tun?

Auch wenn Dir tagsüber die Sonne noch in den Nacken scheint, die Tage werden schon kürzer und die Nächte kälter. Der Winter kommt.

Was es in Deinem Garten im Herbst zu tun gibt?

  • Bereite Deinen Garten auf den Winter vor.
  • Pflanze Kaltkeimer ein, damit es im Frühjahr direkt gut los geht.

Garten im Herbst vorbereiten

Im Herbst steht so einiges an Gartenarbeit an, bevor sich der Winter blicken lässt. Bereite Deinen Garten vor, indem Du

  • das Laub zusammenrechst,
  • die Hecken schneidest,
  • die Obstbäume schneidest,
  • das Unkraut entfernst,
  • das Gemüse und Obst erntest,
  • den Boden auflockerst,
  • den Teich pflegst und
  • Rückzugsorte für Nützlinge schaffst.

Du brauchst mehr Infos zu diesen Punkten? Kriegst Du!

Laub im Herbst abharken

Befreie Pflanzen, die jetzt blühen oder fruchten, von Laubbergen. An manchen Stellen kann das Laub allerdings bedenkenlos liegen bleiben. Überall, wo keine Blumen unterdrückt werden, ist eine gut 10 cm dicke Laubschicht erlaubt. Sie fungiert stellenweise sogar als praktische Mulchschicht (z. B. unter Bäumen und Sträuchern) oder auch als natürlicher Kälteschutz.

Herbstlaub

Hecken im Herbst schneiden

Ein radikaler Heckenschnitt ist von 1. März bis 30. September in Luxemburg verboten. Nur Formschnitte sind in dieser Zeit erlaubt. Im Herbst heißt es also: ran an die Hecke! Darum darf es nun im Herbst ein bisschen mehr sein.

Das ist manchmal auch dringend nötig, denn ein Heckenschnitt regt immer zu neuem Wachstum an. Die Art des Heckenschnitts hängt von der Art und dem Alter der Pflanzen ab.

  • Junge frei wachsende Hecken brauchen keinen Formschnitt, doch das Einkürzen langer Triebe fördert natürlich einen buschigen Wuchs.
  • Junge formale Hecken müssen durch den Formschnitt in der gewünschten Höhe gehalten werden.
  • Bei immergrünen Hecken müssen in den ersten Jahren nur die Seitentriebe etwas gekürzt werden. Die Haupt- und Leittriebe lässt man bis zur Wunschhöhe der Hecke wachsen.
  • Ältere frei wachsende Hecken sollten erst geschnitten werden, wenn sie zu groß sind oder sehr unordentlich aussehen.
  • Ältere formale Hecken müssen durch regelmässigen Schnitt in Form gehalten werden. Dadurch bleiben sie dicht und sehen üppig aus.

Hecken schneiden

Unkraut und Abgestorbenes entfernen

Kümmere Dich im Herbst noch mal mit Leidenschaft ums Unkraut. Schneide vergilbte und bereits abgestorbene Blätter, die an Stauden oder Rosen hängen, ab und bringe sie gleich auf den Kompost. Damit vermeidest Du Pilzkrankheiten am Boden oder an der Pflanze.

Gemüse und Obst ernten

Feldsalat, Radieschen, späte Kohlrabi und andere Gemüse- und Obstsorten sind im Herbst erntereif! Die Wintersalate und Wintergemüse trotzen im Beet der Kälte. Du solltest dennoch einige Arten vor Frost schützen, sofern Du sie noch nicht ernten willst.

Die Frühherbst-Sonne lässt Kürbisse richtig ausreifen. Sie sollten bei trockenem Wetter möglichst lange auf den Beeten liegenbleiben und nachreifen.

Chinakohl, Endivien und Zuckerhut halten einiges aus in Sachen Frostgrade. Ernte aber lieber zügig, wickel das Gemüse in Zeitungspapier ein und bewahre es aufrecht stehend in Kisten an einem kühlen, frostfreien und trockenen Ort auf. Von den abgestorbenen Blatträndern aus kann sich nach der Ernte nämlich Fäulnis ausbreiten.

Lauch, Grünkohl und Rosenkohl kannst Du im Herbst noch draußen lassen und ernten, wann Dir danach ist. Die Kohlarten brauchen die Kälte, denn nach einem Frost schmecken Sie milder. Lauch kannst Du allerdings nur ernten, wenn der Boden nicht gefroren ist, sonst brechen die Stangen ab, wenn Du sie ausgräbst.

Obst ernten

Herbstzeit ist Apfelzeit! Jetzt reifen auch die spätesten Apfelsorten und auch Birnensorten.

Tomatenpflanzen tragen im Herbst die letzten Früchte und noch grüne Tomaten reifen am Strauch aus, wenn man sie mit Folienhauben einpackt. Entferne neu gebildete Blüten, damit nur die Früchte von den Nährstoffen profitieren können.

Kartoffeln sind im frühen Herbst reif und können verarbeitet oder im Keller eingelagert werden. Zucchini solltest Du am besten noch vor dem ersten Frost ernten.

Wirf immer wieder einen Blick auf Dein Lagerobst oder Dein Lagergemüse. Sortiere faule Exemplare aus, dann halten die anderen Früchte länger. Lager Obst und Gemüse bei ca. 0°C.

Garten im Herbst umgraben

Im Herbst verabschieden sich erste ein- und zweijährige Pflanzen und hinterlassen Lücken im Beet. Jetzt bist Du dran: Geh mit einem Grubber vorsichtig über die freigewordene Fläche. Das bringt Dir viele Vorteile:

  • Du belüftest den Boden.
  • Du hälst das Unkraut in Schach.
  • Das Beet sieht top aus.

Bringe dabei noch ein wenig organischen Dünger bzw. Bodenhilfsstoffe in den Boden ein, dann ist Dein Boden auch fit für den nächsten Frühling. Verwende dafür keinen Flüssigdünger oder mineralischen Dünger.

Teichpflege

Im Teich haben abgestorbene Pflanzenteile oder Herbstlaub nichts zu suchen. Zersetzt sich das Laub im Teichwasser, so werden Faulgase verursacht, die dem Wasser Sauerstoff entziehen. Zudem erhöhen Pflanzenreste oder Laub den Nährstoffgehalt im Wasser, was Algenbildung fördert.

Du kannst den Teich entweder vorbeugend mit einem Laubschutznetz abdecken oder die Wasseroberfläche regelmäßig mit einem Kescher abfischen.

Laubschutznetz

Rückzugsorte für Nützlinge schaffen

Igel, Kröten, Laufkäfer, Spitzmäuse und andere meist nachtaktive Jäger greifen Dir beim Bekämpfen von Schädlingen unter die Arme. Sie haben potenzielle Schädlinge Ihrer Pflanzen im wahrsten Sinne des Worte zum Fressen gern. Wenn Du ihnen geschützte Überwinterungsplätze bieten, kannst Du Dir ihrer Unterstützung im nächsten Frühjahr sicher sein.

Es reicht ein geschützter Platz unter Nadelgehölzen oder eine geschützten Stelle am Zaun. Oder lass' in einer gemütlichen Ecke in Ihrem Garten einfach einen Reisighaufen oder den Heckenschnitt liegen.

Nützlichen Insekten kannst Du über die kalten Wintermonate Unterschlupf in einem Insektenhotel bieten. Dabei handelt es sich um einen künstlich hergestellten Nist- und Überwinterungsplatz, der meist an Bäumen oder Hauswänden angebracht wird.

Rasenpflege im Herbst

Der Herbst ist nicht die Lieblingsjahreszeit des Rasens. Kältere Temperaturen, weniger Sonne, Nässe: Alles Faktoren, die den Gräsern zu schaffen machen. Deshalb braucht der grüne Teppich jetzt eine besondere Pflege.

  • Laub rechen

    Herbstlaub entfernen:

    Laub auf dem Rasen stört die Lichtaufnahme der Gräser. Zudem fühlt sich Moos darunter pudelwohl. Harke oder reche das Laub einmal wöchentlich vom Rasen ab. Du kannst das Laub auch mit einem hoch eingestellten Rasenmäher mit Fangkorb entfernen. Die Blätter werden dabei zerhackt und mit stickstoffreichem Rasenschnitt gemischt. In dieser Form verrottet es schneller, wenn Du das Schnittgut kompostieren.

  • Vertikutieren 2

    Rasen vertikutieren:

    Noch einmal durchatmen vor dem harten Winter! Vertikutieren heißt belüften. Von September bis Mitte Oktober kann der Rasen noch einmal vertikutiert werden, um den Boden von Rasenfilz, Moos und Unkräutern zu befreien. Mach das aber nicht zu spät. Die Graspflanzen brauchen vor dem Winter noch Zeit, um sich zu erholen und die Lücken zu schließen. Eine Düngung hilft bei der Regeneration.

  • Duengen

    Herbstrasendünger ausbringen:

    Gib Deinem Rasen (ca. ab Mitte Oktober) Nährstoffe, die er braucht, um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Was die Graspflanzen jetzt brauchen, steckt in speziellen Herbstrasendüngern. Herbstdünger sind kaliumbetonte Dünger. Kalium schützt die Pflanzenzellen vor Frost und Krankheiten. Die Gräser können quasi Kraft tanken, damit sie im Frühjahr schneller wieder grün werden.

  • Gartenpflege Herbst Rasenmäher

    Rasen noch einmal mähen:

    Mähe den Rasen zum Saisonende noch einmal. Aber nicht tiefer als fünf Zentimeter. Ab Ende Oktober / Anfang November ist es in der Regel so kühl, dass die Gräser kaum noch wachsen. Längere Blätter nutzen das wenige Licht im Herbst besser aus und können sich besser gegen Moos und Unkräuter behaupten.

von

Gartenabfälle im Herbst kompostieren

Im Herbst fallen jede Menge Gartenabfälle an – ob Schnittgut von Hecken und Rasen oder auch herabgefallenes Herbstlaub. Diese Gartenabfälle im Herbst sind in der Regel gutes Material zum Kompostieren und damit zu kostbarem Humus.

Je dünner und feiner die Pflanzenreste sind, desto leichter verrotten sie auf dem Kompost. Laubblätter zerfallen generell sehr gut, Abfall von Nadelgehölzen dagegen weniger gut. Um es zu beschleunigen, kannst Du weiches Material oder Erde beimischen. Feste Pflanzenteile solltest Du zerkleinern oder am besten häckseln.

Werfe im Herbst keine Pflanzenteile, die von Pilzkrankheiten befallen sind und Samenunkräuter, die schon Samen angesetzt haben, auf den Kompost.

Tipp: Gartenabfälle als Basis fürs Hügelbeet

Unter einem Hügelbeet kannst Du elegant die im Herbst anfallenden Grünabfälle entsorgen. Und zudem ist ein solcher Hügel eine Hochburg für die Entwicklung von nährstoffreichem Boden.

Ein Hügelbeet besteht im Kern aus Ästen. Darüber liegen mehrere Schichten aus Rasensoden, Erde, Laub und Kompost.

Garten im Herbst bepflanzen

Der Herbst ist die beste Zeit um Knoblauch und mehrjährige Kräuter zu pflanzen. Dank Herbstpflanzung können sie vor dem Winter gut anwachsen, was zu einer üppigen Ernte im nächsten Jahr führt. Die leckere und gesunde Knoblauchknolle kann bis etwa Mitte Oktober noch gesteckt werden.

Im Spätherbst werden wieder wurzelnackte Rosen in allen Farben und Sorten angeboten. Wildrosenarten und alte Gartenrosen kannst Du im späten Herbst selbst vermehren.

Die Wurzelstöcke der beliebten Staudenpfingstrose kannst Du während der Vegetationsruhe, die ca. ab September beginnt, leicht durch Teilung vermehren. Hebe hierfür den Wurzelstock plus reichlich Erde mit einer Grabegabel aus dem Boden und teile ihn in Stücke. Die Teilstücke sollten jeweils 3–5 Triebknospen und kräftige, rund 10 cm lange Wurzeln haben.

Pfingstrosen

Kaltkeimer im Herbst pflanzen

Viele Stauden und Gehölze sind Kaltkeimer. Das heißt, sie brauchen die Kälte. Wenn die Samen gequollen sind, brauchen sie mehrere Wochen mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, damit sich die Wurzeln entwickeln können. Verwende zur Aussaat ein vorbereitetes Saatbeet oder Aussaatschalen. Was Du jetzt im Herbst säen kannst:

  • Stauden: Adonisröschen, Alpendistel, Astilbe, Bergenie, Buschwindröschen, Christrose, Eisenhut, Enzian, Kuhschelle, Leberblümchen, Mohn, Silberdistel, Steinbrech
  • Gehölze: Berberitze, Clematis, Felsenbirne, Feuerdorn, Hartriegel, Haselnuss, Heckenkirsche, Kastanie, Pfingstrose, Schneeball, Zaubernuss, Zwergmistel

Bärlauch ist auch ein Kaltkeimer. Die Pflanze liebt Schatten und einen lockeren, feuchten Boden. Säe die Samen direkt vor Ort aus oder ziehe sie in Saatschalen heran.

Im nächsten Frühjahr setzt die Keimung an. Bis sich eine ordentliche Suppe aus den Blättern der Pflanzen machen lässt, brauchst Du allerdings etwas Geduld. Das kann ca. 3 Jahre dauern.

Direktsaat

Wintersteckzwiebeln werden mit roter und gelber Schale angeboten. Stecke die Knollen mit einem Reihenabstand von 25 cm im Abstand von 5 cm. Auf dem Beet dürfen in den zwei Jahren zuvor keine Liliengewächse gewachsen sein, da sonst Wurzelkrankheiten aufgrund der Bodenmüdigkeit auftreten können.

Und weiter geht's mit den Kaltkeimern: Der Herbst ist auch die richtige Zeit für Blumenzwiebeln. Stecke jetzt die Blumenzwiebeln für Krokusse, Tulpen und Narzissen.

Wer sie nicht bis spätestens Oktober pflanzt, schaut im Frühling in die Röhre.

Weitere Pflanzen im Herbst pflanzen

Der Herbst ist der richtige Zeitpunkt um Rhabarberstauden auszupflanzen oder alte Stöcke zu teilen. Sorge für einen vollsonnigen Platz, sonst kann es sein, dass die Stängel zu sauer schmecken wegen des Nitrats.

Alle Lilien (außer der Madonnenlilie) solltest Du erst im Spätherbst pflanzen, damit der Boden die richtige Temperatur hat.

Zum Sommerende hin kannst Du Herbststauden kaufen und direkt einpflanzen. Heidekraut, Herbstastern, Zierbeeren und Laubschmuckpflanzen leuchten in kräftigen Herbstfarben. Jetzt ist weniger nicht mehr, sondern mehr ist mehr! Oder denke nächstes Jahr im Frühjahr schon daran, die Beete richtig zu bestücken.

Herbst Stauden

Kübelpflanzen im Herbst versorgen

Ende September können die Nächte schon unangenehm kühl werden. Bringe deshalb Deine empfindlichen Kübelpflanzen schon mal in ihr Winterquartier, also in den Keller, die Garage oder das Gartenhaus.

Du solltest auch nicht mehr düngen, denn die Pflanzen überwintern am besten in einer Winterruhe. Dünger würde diesen Prozess stören. Schädlinge können sich auch im Winterquartier ausbreiten, bringe deshalb am besten noch mal Nützlinge aus.

Auch die Geranien und Fuchsien werden auf den Winterschlaf vorbereitet. Schneide und stecke die Stecklinge.

Winterharte Pflanzen brauchen nur eine Schicht aus Jute, Vlies oder Kokosmatten. Um zu verhindern, dass Tontöpfe durch die Kälte Risse bekommen, kannst Du diese auch mit Folie umwickeln.

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