Wann Gewächshaus bepflanzen?
Prinzipiell kannst Du Dich beim Pflanzzeitpunkt der verschiedenen Gemüsearten an die Reihenfolge aus dem Freiland halten. Bedenke hierbei jedoch, dass die Saison im Gewächshaus früher beginnt und Du dadurch immer ein paar Wochen voraus bist. Wenn Du ein unbeheiztes Gewächshaus (Kalthaus) hast, starte mit dem Gewächshaus bepflanzen erst ab März mit Frühjahrskulturen wie z. B. Spinat oder Salat. Achte beim Aussäen auf die Mindesttemperatur, die auf der Saattüte angegeben wird. Behalte die Temperatur im Blick und decke bei Frostgefahr das Saatgut mit einem Vlies ab.
Bei einem beheitzten Gewächshaus (Warmhaus) kannst Du entsprechend früher starten. Der richtige Zeitpunkt liegt von Region zu Region immer etwas unterschiedlich. Ist es bei Dir tendenziell kälter, warte lieber etwas länger. Erst im Mai folgt dann das erste Fruchtgemüse wie z. B. Tomate, Paprika und Gurke.
Auch ohne Heizung lässt sich ein Gewächshaus im Winter sinnvoll nutzen:
- Winterharte Kulturen anbauen: Feldsalat, Spinat, Winterpostelein, Asia‑Salate, Endivien oder Winterportulak wachsen auch bei niedrigen Temperaturen langsam weiter.
- Pflanzen überwintern: Empfindliche Kübelpflanzen, Kräuter oder Jungpflanzen sind im Gewächshaus vor Frost, Nässe und starkem Wind geschützt.
- Ernte verlängern: Späte Herbstkulturen kannst Du länger stehen lassen und nach Bedarf ernten.
- Vorkultur vorbereiten: Ab Februar/März kannst Du Salat, Kohl oder Frühgemüse vorziehen.
Gewächshaus bepflanzen: Plan
Bevor Du mit dem Pflanzen startest, braucht Dein Gewächshaus eine gute Basis. Der wichtigste erste Schritt im Plan ist daher der Boden.
Bevor Du zur Blumenkelle greifst, bereite den Gewächshausboden auf die neue Saison vor. Lockere den Boden, gehe Wildwuchs und Unkraut an den Kragen und dünge. Und da wir gerade beim Stichwort Dünger sind: Pflanzen im Gewächshaus wachsen schnell und mit viel Ertrag, entsprechend benötigen sie mehr Nährstoffe. Denk also dran, regelmäßig zu düngen. Verwende dafür einen organischen Dünger. Bei der Dosierung hältst Du Dich am besten auf die Angaben auf der Verpackung. Mineralischen Dünger solltest Du im Gewächshaus nicht verwenden. Er führt auf kleiner Fläche schnell zu einer Versalzung des Bodens. Achte außerdem auf eine ausreichende Humusversorgung, indem Du z. B. regelmäßig reifen Kompost auf den Beeten verteilst.

Bevor Du Dein Gewächshaus bepflanzt, lohnt es sich, Deine Kulturziele festzulegen. Überlege Dir, welche Hauptkulturen den Großteil der Saison wachsen sollen – zum Beispiel Tomaten, Gurken oder Paprika. Diese Pflanzen bestimmen Platzbedarf, Pflanzabstände und die gesamte Planung.
Ergänzend kannst Du mit Vorkulturen und Nachkulturen arbeiten, um den Platz optimal zu nutzen. Früh im Jahr eignen sich etwa Salate, Spinat oder Radieschen als Vorkultur. Nach der Ernte der Hauptkulturen kommen robuste Herbstkulturen wie Feldsalat oder Asia‑Salate ins Gewächshaus. So bleibt Deine Anbaufläche das ganze Jahr über sinnvoll genutzt.
- Vorkulturen: nutzen die Frühzeit im Gewächshaus
- Hauptkulturen: bestimmen den Saisonfokus
- Nachkulturen: verlängern die Ernte bis in den Herbst oder Winter
Damit Dein Gewächshaus optimal genutzt wird, ist ein durchdachtes Flächenmanagement wichtig. Plane nicht nur in der Breite, sondern auch in der Höhe: Rankpflanzen wie Tomaten oder Gurken wachsen an Schnüren oder Spalieren nach oben und lassen unten Platz für kleinere Kulturen. Achte außerdem auf Pflanzabstände und Wege, damit Licht und Luft gut zirkulieren können und Du überall entspannt rankommst. Mobile Tische, schmale Beete oder Kübel machen Dich flexibel und erleichtern den Kulturwechsel im Jahresverlauf.
Tipps fürs Flächenmanagement:
- Vertikale Flächen durch Rankhilfen mitnutzen
- Kombination aus hohen und niedrigen Pflanzen
- Beete, Tische oder Kübel flexibel planen
Gewächshaus: welche Pflanzen?
Was benötigst Du, wenn Du Dein Gewächshaus bepflanzen möchtest? Richtig, einen Pflanzplan. Mit dem richtigen Pflanzplan kannst Du Dein Gewächshaus optimal nutzen und fast das ganze Jahr über frisches Gemüse und frische Kräuter ernten. Gut organisiert holst Du so das meiste aus Deinem Platz raus und weißt noch im Folgejahr, wo Du was gepflanzt hast.
Du kannst Dein Gewächshaus entweder zum Vorziehen fürs Freiland oder zum kompletten Anbau von Gemüse, Obst und Kräutern benutzen. Im Winter freuen sich kälteempfindliche Pflanzen außerdem, wenn Du sie zum Überwintern ins Gewächshaus stellst. Doch welche Pflanzen eignen sich für den Anbau im Gewächshaus?
Besonders geeignet für den Anbau in Deinem Gewächshaus sind Blattgemüse sowie Nachtschattengewächse. Hierzu zählen z. B. Salat, Salatgurken, Tomaten, Auberginen und Paprika. Wenn es bei Dir besonders warm wird, kannst Du auch mal Melonen oder Feigen eine Chance geben. Achte immer darauf, dass die Sorte fürs Gewächshaus geeignet ist.
- Schlangengurken
- Minigurken
- Paprika
- Chili
- Auberginen
- Zucchini
- Salat
- Radieschen
- Spinat
- Tomaten
- Basilikum
- Oregano
- Thymian
- Rosmarin
- Koriander
- Petersilie
Nicht nur der Platz, sondern auch die richtige Kombination der Pflanzen entscheidet über den Erfolg im Gewächshaus. Mit einer gut geplanten Mischkultur kannst Du Schädlinge reduzieren, das Pflanzenwachstum fördern und den Boden besser nutzen. Welche Gemüsesorten gut miteinander harmonieren, welche sich weniger vertragen und wie Du eine Mischkultur im Gewächshaus sinnvoll umsetzt, zeigen wir Dir in folgender Mischkulturtabelle und dem passenden Ratgeber im Detail.
Nicht jedes Gemüse benötigt es sehr warm. Manche Sorten gedeihen auch gut im Freiland, sodass Du dafür nicht Deinen kostbaren Platz im Gewächshaus verschwenden musst. Hierzu zählen z. B. Blau- und Weißkraut, Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Kürbis, Kartoffeln, Lauch, Zwiebeln, Pastinaken, Möhren bzw. Karotten, Grünkohl und Schwarzwurzeln.
Gewächshaus bepflanzen: So geht's
Wenn Du Dein Gewächshaus bepflanzen möchtest, solltest Du den unterschiedlichen Platzbedarf der einzelnen Gemüsearten bedenken. Pro Quadratmeter bekommst Du, je nach Sorte, unterschiedlich viele Pflanzen unter. Folgende Werte bieten eine erste Orientierung.
- 1-2 Gurken
- 2-3 Tomaten oder Auberginen
- 2-3 Paprika
- 1 Süßkartoffel
- 10 Salate
- 6-8 Mangold
Achte beim Pflanzen auf eine versetzte Anordnung. Hochwasende Arten wie z. B. Tomaten und Gurken solltest Du an den Wänden platzieren. Kleinere Pflanzen wie Paprika, Chili oder Kräuter kannst Du versetzt dazu an den Wegen pflanzen. So kannst Du alle Pflanzen gut von den Wegen aus erreichen. In keinem Fall solltest Du die Pflanzen zu dicht pflanzen, damit die Luft weiterhin gut zirkulieren kann. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit kann es sonst schnell zu Pilzkrankheiten kommen.
Plane Dein Gewächshaus nicht nur in der Fläche, sondern auch in der Höhe. Rankende Kulturen wachsen nach oben und nehmen unten wenig Platz weg, während kompakte Pflanzen den Boden nutzen. Ausreichende Pflanzabstände sorgen für Licht, Luft und gesunde Pflanzen.
Auch im Gewächshaus solltest Du auf eine durchdachte Fruchtfolge über mehrere Jahre achten, damit der Boden nicht einseitig ausgelaugt wird. Starkzehrer wie Tomaten, Gurken oder Paprika belasten den Boden stärker und sollten deshalb nicht jedes Jahr am gleichen Platz stehen.
Innerhalb eines Jahres kannst Du die Fläche zusätzlich mit Vor‑ und Nachkulturen nutzen, zum Beispiel mit Salat oder Radieschen vor den Hauptkulturen und Feldsalat oder Spinat nach der Ernte. Wichtig ist außerdem, Pflanzen aus derselben Familie jährlich zu wechseln – so beugst Du Nährstoffmangel, Bodenmüdigkeit und Krankheiten langfristig vor.
- Du musst beachten, dass unterschiedliche Gemüsesorten unterschiedlich viel Wasser brauchen. Mehr Tipps zur Bewässerung bekommst Du im Kapitel
. - Damit Deine Pflanzen im Gewächshaus keinen Hitzestau bekommen, musst Du Dich regelmäßig um die Belüftung kümmern. Die idealen Temperaturen liegen nicht über 24°C, mit einer Luftfeuchtigkeit zwischen 60% bis 80%.
- Verwende Töpfe bzw. Hochbeete oder Ampeln für Kräuter, um den Raum bestmöglich zu nutzen.
- Unterstütze rankende Pflanzen wie Gurken oder Bohnen mit Rankhilfen oder Gitter.
Gewächshaus bewässern
Auch beim Gewächshaus bepflanzen gilt: Ohne Wasser läuft nix. Je nach Art der angebauten Pflanzen, kannst Du ganz schön viel Wasser brauchen. Mit einer gezielten und durchdachten Bewässerung erleichterst Du Dir die Arbeit erheblich und sparst so viel Zeit. Es gibt viele Möglichkeiten der Regenwassersammlung und -nutzung. So sorgt z. B. ein unterirdischer Tank für die kostenfreie und umweltschonende Wasserversorgung, und eine Regentonne neben dem Gewächshaus oder ein nahegelegener Wasseranschluss erspart Dir das mühselige Schleppen schwerer Gießkannen.
Interessant für den Gemüseanbau ist die sogenannte Tröpfchenbewässerung. Mittlerweile kannst Du die Bewässerung in Deinem Garten sogar bequem mit Deinem Smartphone steuern. Bei automatischen Bewässerungssystemen benutzt Du Schläuche, die mit Tropfern ausgestattet sind. Diese laufen durch die Beetreihen. Die Tropfbewässerung gibt, je nach Größe der Löcher und Wasserdruck, verschiedene Mengen an Wasser an den Boden ab. Gewächshaus bewässern leicht gemacht. Den Hauptschlauch musst Du dafür an den Wasseranschluss des Gewächshauses anschließen oder direkt mit einer Zisterne verbinden.
Neben der richtigen Menge an Wasser ist auch der Zeitpunkt entscheidend. Gieße Deine Pflanzen bestenfalls am frühen Morgen. Dann ist die Erde noch kühl und kann das Wasser besser aufnehmen. Gießen solltest Du mindestens einmal pro Woche, in heißen Phasen zwei bis dreimal pro Woche. Seltener, aber dafür durchdringend gießen sorgt für tiefere Wurzeln. Achte darauf immer die Wurzeln zu gießen und nicht über die Blätter. Manche Pflanzen wie z. B. Tomaten mögen das nämlich gar nicht.
Damit Dein Gewächshaus optimal versorgt ist, spielt die Wasserversorgung eine zentrale Rolle. Ob automatische Bewässerung, die Nutzung von Regenwasser oder ein fest installierter Wasseranschluss direkt am Gewächshaus: Mit den richtigen Lösungen erleichterst Du Dir die Arbeit enorm. In unseren weiteren Anleitungen und Ratgebern zeigen wir Dir Schritt für Schritt, wie Du Dein Gewächshaus dauerhaft und effizient mit Wasser versorgst.
Gewächshaus bepflanzen: häufige Fragen
Für Anfänger eignen sich pflegeleichte Kulturen wie Salat, Radieschen, Spinat, Gurken oder kleine Tomatensorten, da sie schnell wachsen und Fehler verzeihen.
Ja, vor allem an sonnigen Tagen solltest Du täglich lüften, damit sich keine Hitze und zu hohe Luftfeuchtigkeit ansammeln.
Zu Tomaten passen z. B. Paprika, Chili, Basilikum oder Salat gut, solange Du auf genügend Abstand und gute Luftzirkulation achtest.
Ordne hohe, rankende Pflanzen an den Seiten an, niedrigere Kulturen entlang der Wege und nutze Rankhilfen, um Platz und Überblick zu behalten.




























